Sich erholen und neue Kraft schöpfen

Häufig melden sich pflegende Angehörige bei uns erst dann zur Rehabilitation an, wenn sie „am Ende ihrer Kräfte“ sind. Solche schweren Überforderungszustände sind bei einem früheren Behandlungsbeginn im Alzheimer Therapiezentrum Ratzeburg aber vermeidbar. 

Auch ihre demenzbetroffenen Begleitpersonen profitieren umso mehr, je früher sie in den Genuss einer Förderung kommen (MAKS-Therapie). Bei frühzeitig einsetzender Behandlung kann häufig die Pflegesituation zu Hause entspannter gestaltet werden, weil der Pflegende von uns darin geschult wird, eigene Verhaltensmuster im Umgang mit dem von Demenz betroffenen Familienmitglied besser zu verstehen und gegebenenfalls anzupassen.

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Überforderung macht pflegende Angehörige krank

Die Demenz-Erkrankung stellt für die betreuenden Partner bzw. andere betreuende Angehörige ein hohes Risiko dar, selbst physische, aber vor allem auch psychische Erkrankungen zu entwickeln. Sie sind anhaltend und in zunehmendem Ausmaß einer hohen Belastung ausgesetzt, um die fortschreitenden Einschränkungen des Erkrankten zu kompensieren. 

Betreuende geraten im Verlauf an die Grenzen ihrer Bewältigungsfähigkeit. Hält die Überforderung weiter an, entwickeln sich krankheitswertige Störungen. Für das Pflege-Paar entsteht ein Teufelskreis: Während die Erkrankungsschwere des Demenzbetroffenen zunimmt, nimmt die Bewältigungsfähigkeit des Betreuenden ab. 

Wir können Sie aufnehmen wenn

  • Sie mit Ihrem demenzerkrankten Angehörigen zusammenleben oder diesen versorgen, auch wenn er bereits in einem Pflegeheim untergebracht ist.
  • Sie z.B. unter Schwindel, Herzrasen, schmerzhaften Muskelverspannungen, Verdauungsproblemen, Atemnot, Schlafstörungen und Morgenmüdigkeit leiden.
  • Sie häufig grübeln, traurig sind und Zukunftsängste haben oder immer häufiger den Kontakt zu Freunden und Bekannten meiden.

Wir können Sie leider nicht aufnehmen, wenn bei Ihnen eine akute Psychose, eine akute manische Episode, manifeste Suizidalität, fremdgefährdendes Verhalten oder eine Suchterkrankung vorliegen.

Bitte klären Sie mit Ihrem Haus- oder Facharzt, ob Sie die Voraussetzung für eine Rehabilitation erfüllen. Er wird gegebenenfalls die dafür notwendigen Untersuchungen durchführen. Anschließend stellt er dann einen Antrag zur Durchführung einer Rehabilitationsmaßnahme.

Um Ihrem Arzt die Antragstellung zu erleichtern, haben wir entsprechende Argumentationshilfen vorbereitet. Diese können Sie ausdrucken und ihrem Arzt überreichen. Ein weiteres Informationsblatt haben wir für Ihre Krankenkasse ausgearbeitet. Sie finden beide PDF- Dokumente in unserem Downloadbereich.

 

Jetzt geht es nur um Sie

Am Beginn, im Verlauf und am Ende der Rehabilitation wird die Rehabilitationsdiagnostik durchgeführt. Das bedeutet: Wir befragen Sie zu Ihren körperlichen Beschwerden, Ihren Sorgen und Belastungen und zu Ihrer Lebenssituation zu Hause. Es folgt eine medizinische Untersuchung inklusive Ruhe-EKG und der Bestimmung von Laborwerten (z.B. Blutwerte). Bei Bedarf schließen sich noch weitere Untersuchungen und Tests an.

Zur Ruhe kommen und sich stärken

Rehabilitation heißt übersetzt Wiederherstellung. In der Medizin sind damit alle Maßnahmen gemeint, die die körperlichen, psychischen und sozialen Folgen einer Erkrankung (oder deren Therapie) beseitigen oder verbessern. Die Maßnahmen, die dabei zur Anwendung kommen, sollten eine nachgewiesene Wirksamkeit besitzen.

Als Kur bezeichnet man dagegen den Aufenthalt in einem Kurort, die Maßnahmen sind ortsgebunden (etwa an Luft oder Wasser). Ob diese wirksam ist, ist nicht bewiesen, deshalb zahlen die Kostenträger auch keine Kuren mehr.

Wir werden also im Weiteren nur noch von Rehabilitation sprechen, oder – abgekürzt – von Reha.

Unser Behandlungskonzept umfasst die folgenden Maßnahmen und Therapieangebote

  • Psychotherapie +

    So kann Ihnen Psychotherapie helfen

    Wir behandeln nach anerkannten Methoden in Einzel- und Gruppengesprächen. Welchen Weg wir dafür wählen, ist abhängig von Ihnen und Ihren Sorgen und Nöten. So gehen wir dabei vor: Wir lernen Sie im Laufe der Gespräche immer besser kennen, Ihre unterschiedlichen Eigenschaften und Fähigkeiten, Ihre Schwächen, aber auch Ihre Stärken. Wir unterstützen Sie und helfen Ihnen, Lösungen für Ihre Probleme zu entwickeln.

  • Ergotherapie +

    Gesund werden durch eigenes Handeln

    Zentraler Gedanke der Ergotherapie ist das Tätigsein und dessen heilende Wirkung auf den Körper, den Geist und die Psyche. Das eigene Tun wird dabei der Weg zum Ziel. Die Angebote der kreativen Ergotherapie laden zum Mitmachen und Ausprobieren ein. Das positive Erleben beim Entstehungsprozess stärkt Ihr Selbstvertrauen wieder, außerdem ist Ihre Entscheidungsfähigkeit gefragt. Die Ergotherapeutinnen setzen dabei verschiedene Materialien und Techniken ein: Gestalten mit Ton, Seidenmalerei, Flechten mit Peddigrohr oder Bearbeiten von Speckstein und vieles mehr. Gesund werden durch selbstständiges Handeln – Ergotherapie unterstützt Sie bei diesem Prozess. Unser Ziel ist, Ihre Handlungsfähigkeit im Alltag und in der Pflege Ihres Angehörigen zu erhalten, zu verbessern oder wiederherzustellen.

  • Physiotherapie +

    Bewegung schafft Bewusstsein

    Bei hoher Belastung und mit steigendem Alter leidet die Bewegungs- und Funktionsfähigkeit des Körpers. Physiotherapie unterstützt Sie dabei, diese Funktionen wiederzuerlangen. Durch das bewusste Einüben bestimmter Bewegungen werden Muskelwachstum und Stoffwechsel angeregt, und Sie erlangen ein besseres Verständnis für die Funktionsweise Ihres Körpers. Physiotherapeutische Anwendungen helfen außerdem dabei, Stress besser zu verarbeiten. 

    • Einzelkrankengymnastik
    • Beckenbodengymnastik
    • Mobilisationsgymnastik
    • Wirbelsäulengymnastik
    • Rückengymnastik
    • Atemgymnastik
    • Übungs- und Trainingsgruppen
    • Medizinische Trainingstherapie (MTT) 
    • Massagen
    • Wärmeanwendungen
    • Bewegungsbäder
  • Kunsttherapie +

    Der schöpferische Prozess macht den Kopf frei

    Der gezielte und geförderte Umgang mit Farben und formbarem Material nährt und berührt Ihre Seele unmittelbar – sowohl während der Gestaltung als auch durch die Betrachtung und Wirkung Ihres Werks. Kunsttherapie kann Ihre Selbstheilungskräfte aktivieren, wenn Sie z.B. unter chronischen Erkrankungen leiden.

    Im Rahmen der Kunsttherapie können unbewusste Gefühle in der Sprache eines gemalten Bildes oder einer gestalteten Skulptur viel leichter zum Ausdruck kommen. KUNSTTHERAPIE FÜR ANGEHÖRIGE VON DEMENZPATIENTEN

  • Musiktherapie +

    Kräfte freisetzen mit Musik

    Musiktherapie vereint verschiedene Therapieverfahren, die unser Therapeut zur Heilung, Linderung oder Prävention körperlicher oder seelischer Beschwerden einsetzt. Musik hat eine wissenschaftlich nachweisbare therapeutische Wirkung: Die moderne Musiktherapie wird durch Erkenntnisse aus Medizin, Psychologie und Pädagogik beeinflusst. Musik kann starke Emotionen in Ihnen hervorrufen und ganz besondere Kräfte freisetzen, ob Sie sie einfach nur hören oder ob Sie selbst Klänge und Rhythmen erzeugen mit den unterschiedlichsten Instrumenten, z.B. Gong, Klavier, Regenrohr oder Klangschalen. FÜR PFLEGENDE ANGEHÖRIGE: ENTSPANNUNG DURCH MUSIK

  • Entspannung lernen +

    Mit den Belastungen leichter umgehen

    Dauerhafte körperliche und psychische Anspannung entsteht, wenn man sich rund um die Uhr um einen demenzkranken Menschen kümmern muss. Daraus entwickeln sich häufig körperliche und psychische Beschwerden. Erlernen Sie bestimmte Entspannungsmethoden, dann fällt es Ihnen leichter Anspannung und Stress abzubauen und Gelassenheit und Zufriedenheit zu finden. Mit Verfahren wie „Autogenes Training“ oder „Progressive Muskelanspannung“ können Sie Ihrem Körper Signale senden, die ihm die dringend notwendige Beruhigung und Entspannung ermöglichen. ALZHEIMER: WENN ANGEHÖRIGE DIE BEHERRSCHUNG VERLIEREN

  • Demenzschulung +

    Mit der Krankheit leben lernen

    „Kein Stein blieb auf dem anderen“ – so fasste eine Ehefrau die Zeit nach der Demenz-Diagnose ihres Mannes zusammen, denn ihr bisher gut eingespieltes 30-jähriges Ehe- und Familienleben änderte sich fortan täglich.

    Demenz ist nicht das Ende des Lebens, sondern ein Teil davon. Pflegende Angehörige müssen jeden Tag aufs Neue mit den krankheitsbedingten Verhaltensweisen eines Menschen mit Demenz klarkommen. Denn in der Demenz verliert man sich selbst immer mehr: Das ängstigt und macht Betroffene abwechselnd traurig, passiv, unruhig oder aggressiv. Sich dann als Angehöriger immer richtig zu verhalten, ist nicht einfach. Aber man kann lernen, damit besser umzugehen.

    Demenz bedeutet nicht, dass man als pflegender Angehöriger auf alles verzichten muss: Pflegende Angehörige dürfen sich selbst nicht vergessen. Sie können lernen, Hilfe anzunehmen und Zeit für sich selbst und ihre eigenen Interessen zu finden.

    Erfahren Sie in der Zeit Ihrer Rehabilitation

    • was Sie über Demenz wissen sollten
    • was Sie für sich selbst tun können
    • wie Sie finanzielle Leistungen erhalten
    • welche Vorsorgemaßnahmen Sie treffen können

    Wir gehen auf Ihre besonderen Schwierigkeiten mit Ihrem demenzkranken Angehörigen ein. Ihre neu erlernten Verhaltensweisen können Sie dann hier bei uns im geschützten Raum im Umgang mit ihm erproben.

     

  • Ernährungsberatung +

    Gesund essen und genießen

    Unter dem Druck der Rund-um-Versorgung Ihres demenzbetroffenen Familienmitglieds nehmen Sie sich kaum ausreichend Zeit, abwechslungsreich und ausgewogen zu essen. Das bleibt häufig einfach auf der Strecke.

    Doch nur dann, wenn man auf seine Ernährung achtet, kann man auch die eigenen Kräfte erhalten. Deshalb liegt uns sehr daran, dass Sie alles über den Aufbau und die Funktion der Nährstoffe, Lebensmittelgruppen und ihre ernährungsphysiologischen Bedeutung erfahren.

    Wir möchten Ihnen zeigen, wie Sie und ihr demenzkranker Angehöriger mit vollwertiger Ernährung nach den Vorgaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) gesund bleiben und Mangelernährung vorbeugen können. Auch unterstützen wir Sie mit Rat und Tat dabei, wie Sie den Demenzkranken besser zum Essen und Trinken motivieren können.

  • Sozialberatung +

    Nachsorge: ein zentraler Baustein unseres Behandlungskonzepts

    Der Pflegealltag und die Versorgung eines hilfebedürftigen Menschen bringen vielfältige Problem- und Fragestellungen mit sich. Durch Klärung sozialer, beruflicher und persönlicher Schwierigkeiten, kann eine Verbesserung der Lebensqualität und Teilhabe erreicht werden.

    Im Rahmen unseres sozialen Fallmanagements informieren die erfahrenen Fachkräfte unseres sozialpädagogischen Fachdienstes Sie zu den Leistungs- und Hilfsangeboten der aktuellen Sozialgesetzgebung und erarbeiten mit Ihnen in Kleingruppen und / oder Einzelgespräch ein individuelles Konzept für die Zeit nach der Rehabilitationsbehandlung. Unser Leitsatz „Eine Diagnose – zwei Patienten“ schließt dabei Ihren pflegebedürftigen Angehörigen mit ein.

    • Pflegeversicherung
      Informationen zu Leistungen des SGB XI und deren Umsetzung; Überblick über das Angebotsspektrum
    • Berufliche Rehabilitation
      Informationen zu Wiedereingliederungsmaßnahmen, Anpassung des Arbeitsplatzes, innerbetrieblicher Umsetzung, Fort- und Weiterbildung, Ausbildung und Umschulung
    • Soziale Sicherung
      Beratung und Unterstützung zur Beantragung von Sozialleistungen (z.B. bei geplanter stationärer Unterbringung des Angehörigen)
    • Schwerbehinderung
      Klärung von Fragen zum Nachteilsausgleich und zur Antragsstellung gemäß SGB IX
    • Sozialrechtliche Fragestellung
      Informationen zur Patientenverfügung, Betreuungs- und Vorsorgevollmacht
    • Rentenfragen
      Beratung zur Alters- und Erwerbsminderungsrente
    • Nachsorge
      Beratung zu weiterführenden Kontakt – und Beratungsstellen, Angehörigen- und Selbsthilfegruppen
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Wir sind für Sie da

Wir sind ein Team aus qualifizierten Pflegekräften / Arzthelferinnen und ihr Ansprechpartner.

Als Pflegeteam leisten wir während der Rehabilitation Hilfe zur Selbsthilfe, verstehen uns als Motivatoren. Wir wollen für Sie ein kompetenter Begleiter und Ansprechpartner sein und verstehen uns als Bindeglied zu Ärzten und Therapeuten.

Unser Ziel ist es, gemeinsam mit Ihnen Ihre Lebensqualität zu fördern durch Anleitung, Schulung und indem wir uns an Ihren ganz individuellen Bedürfnissen orientieren.

Wir verstehen die Rehabilitationspflege als eine ganzheitliche Pflege und beziehen die physischen, psychischen und sozialen Belange unserer Rehabilitanden mit ein: Einfühlsame und kompetente Pflege als Teil des gesamten Rehabilitationsprozesses.

Zu unseren Aufgaben gehören:

  • Anleitung zur Blutdruckmessung, Blutzuckermessung
  • Notfallversorgung
  • EKG – Kontrollen
  • Blutentnahmen